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Topf-Azaleen (Januar 2007)
BLÜHENDES GLÜCKSSYMBOL
25 Millionen Topf-Azaleen sollen es sein, die in den Wohnungen jährlich aufblühen und ein fröhliches Ambiente schaffen. Das richtige Giessen ist das «A» und «O», damit diese Winterblüher lange Freude bereiten.
Wer Rhododendren liebt, muss nicht warten, bis sie im Frühling im Garten blühen. Die Azaleen ‘Flamenco’, ‘Otto‘, ‘Nordlicht’, ‘Christine Magic’, ‘Paloma’ oder ‘Mont Blanc’ bringen Farbe in die Wohnung. Die Topf-Azaleen sind Züchtungen von Rhododendron simsii. Die verschiedenen Sorten präsentieren ihre Blütenpracht von September bis April und gehören zu den schönsten winterblühenden Zimmerpflanzen. Sie haben die imposante Eigenschaft, dass sich an einer Pflanze enorm viele Blüten entfalten. So ist es nicht verwunderlich, dass Azaleen in Asien als Glückssymbol verehrt werden. Die aufblühenden Knospen symbolisieren Leben, Freude und Hoffnung. Wer beachtet, wie sich aus einem kleinen Erdballen von 13 cm Durchmesser Dutzende von Blüten entwickeln können, merkt, dass es noch Wunder gibt. Ihr Blütenkleid tragen die gefüllten Azaleen über einen Monat. Nur wenige blühende Zimmerpflanzen gehören zu den Gehölzen und sehen als Stämmchen sogar aus wie ein Baum, der mit dem Alter immer schöner wird. Im Botanischen Garten der Universität Potsdam sind die grössten Topf-Azaleen bereits 40 Jahre alt.
Asiatische Schönheit
Die Heimat dieser Azaleen ist Ostasien, China, Taiwan und Japan. Dort wachsen sie in den kühlen Schluchten von Gebirgsbächen und in feuchten, lichten Wäldern. Rhododendron simsii ist immergrün, die lanzettlich-
elliptischen Blätter sind dicht besetzt mit anliegenden steifen Haaren. Die Blattoberseite ist dunkelgrün, die Unterseite hellgrün. Die trichterförmigen Blüten haben einen Durchmesser von 4–5 cm, 5–20 Staubblätter und einen Griffel mit Narbe. Bei stark gefüllten Blüten sind Staubgefässe und Griffel häufig verkrüppelt bzw. fehlen ganz.
1908 sind diese Azaleen über England nach Europa gekommen. Vorwiegend belgische, niederländische und deutsche Gärtner begannen in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts, Azaleen zu kreuzen und auszulesen. Viele Zuchtziele wurden erreicht, aber eines steht noch als grosser Ansporn «in den Sternen»: Eine gelbblühende Azalee. Trotzdem, die Auswahl ist grossartig. Es gibt Stämmchen, Pyramiden, Büsche und sogar Minis, die nur 10 cm gross werden. Die Farbskala reicht von Weiss, Rot, Lachs, Rosa, Lila bis zu diversen mehrfarbigen Typen.
Pflegetipps für Topf-Azaleen
Hauptsaison haben diese Winterblüher ab Weihnachten bis Mitte Februar. Beim Kauf sollten 50% der Knospen schon Farbe zeigen und beginnen, sich zu öffnen. Darauf achten, dass die Pflanzen einen gesunden Eindruck machen.
Standort: Für Azaleen ist der Umzug vom luftigkühlen Gewächshaus ins Zimmer stressig. Neu gekaufte Pflanzen nicht gleich ins warme Zimmer stellen. Die Sträucher lieben einen hellen, aber vor direkter Sonne geschützten Platz. Ideal ist eine Temperatur von 15 bis 18°C. Sie ertragen zwar 20°C, doch die Blütezeit dauert dann weniger lang. Wenigstens nachts kühler stellen. Warme, trockene Zimmerluft wirkt als «Knospenkiller». Azaleen lieben eine hohe Luftfeuchtigkeit, die nicht unter 50% absinken sollte. Gelegentliches Sprühen kommt ihrem Bedürfnis nach Frische entgegen.
Giessen: Während der Blüte ist der Wasserbedarf hoch. Das Risiko, dass Azaleen vertrocknen, ist relativ gross. Die Blätter der hartlaubigen Sträucher zeigen Wassermangel erst, wenn es zu spät ist. Einmal ausgetrocknet, kann man Azaleen nicht mehr retten. Azaleengärtner Victor Gerber empfiehlt: «Am besten wird der Topfballen zweimal pro Woche fünf Minuten in ein Wasserbad getaucht, damit er sich richtig vollsaugen kann. Im Übertopf darf aber kein Wasser stehenbleiben, ein Fussbad bekommt ihnen gar nicht. Auf Nässe reagieren sie mit Wurzel- und Stammgrundfäule. Als Heidekrautgewächs lieben Azaleen ein saures Substrat. Da sie auf Kalk negativ reagieren, ist es vorteilhaft, wenn sie Regenwasser oder abgestandenes Wasser kriegen.»
Düngen: Ab Beginn der Blüte ist dies nicht mehr nötig. Auf trockenen Ballen zu düngen, ist für Azaleen tödlich.
Weiterpflege: Azaleen werden oft als Wegwerfpflanze gekauft, aber man kann sie weiterkultivieren. Auf die blühende «Wiederaufsteherin» ist man dann im nächsten Winter besonders stolz. Nach der Blüte die Samenansätze ausbrechen. Damit die Pflanze in Form bleibt, die neuen, weichen Triebe zurückschneiden. Wichtig ist, dass das Substrat sauer bleibt. Für einen pH-Wert von 4 bis 4,5 braucht es 80% Weisstorf, 10% Perlit und 10% Reisspelzen. Am besten werden die Pflanzen über den Sommer in ein Moorbeet an einen halbschattigen Platz gesetzt. Ab Herbst bei 5–10 °C frostfrei aufstellen. Zeigen die Knospen nach sechs Wochen Farbe, die Pflanzen ins Haus nehmen.
Vermehrung: durch Stecklinge, die bei 20°C Bodentemperatur Wurzeln bilden. Die wachsenden Triebe mehrmals pincieren (kappen), damit sie sich verzweigen. Bis zur Blüte dauert es rund 18 Monate.
Quelle: Zeitschrift «Schweizer Garten» (Text und Bilder)

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mit reicher Ernte.
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